szmmctag

  • Umzug

    Also eigentlich fand ich meine Kopfleiste mit den Augen ganz schön. Doch es kann der beste Blogger nicht in Ruhe schreiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. ;-)

    In diesem Falle ist der Herr @saumselig schuld. Zusammen mit der liebenswerten @rudelbildung. Deren graphisches Auge ward so sehr verletzt, dass sie aus eigenem Antrieb mich wordpressten. Sie scheuten keine Kosten und Mühen und verpflanzten mich. Mit anderen Worten der "Wanderer" wird künftig ohne blog.de geführt. Nur noch www.wandererzwischendenwelten.de. Ich weiß, immer noch zu lang. Aber ich wollte das nicht mehr ändern. Obwohl mir so etwas wie Bunkis (B)Allerlei durch den Kopf schoss.

    Übrigens, drüben gibt es noch nix neues. Das Alte wird sukzessive implementiert.  Aber es hat einen riesigen Vorteil: hr könnt künftig alle kommentieren, ohn  euch mühsam anmelden zu müssen.

    In diesem Sinne, wir sehen uns: Drüben bei mich. Demnächst sogar mit neuen Inhalten. Versprochen.

  • Szenen meines Lebens X (nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge)

    Koch_UB230611_031Foto: Koch

    Alles neu, macht der Mai. Auch wenn wir jetzt schon den Juni haben. Aber früher fingen die Eisernen nun mal  nicht an, dem Spielgerät übenderweis nachzujagen. Also ward ihre schmucke Kollektion auch nicht früher zu bewundern. Doch ich staunte nicht schlecht, als ich nicht nur trendige, neue  Klamottten von Neu-Ausrüster Uhlsport entdecken durfte, sondern eine  - von zugegebenermaßen zwei - BSR-look-a-like-Weste. Eine davon trägt meinen Spitznamen.

    Nicht, dass der "Bunki der Woche" wirklich neu war bei Union. Und eigentlich auch keine Auszeichnung. Doch zuvor war er halt pinkfarben. Und wie es dazu kam, ist hier von den Kollege von www.textilvergehen.de hinreichend erklärt. Und weil bei Union alles Neuhaus ist, und nichts so bleibt, wie es mal war, macht der sich dieser Tage doch glatt Gedanken, den "Bunki der Woche" abzuschaffen und durch etwas Neues zu ersetzen. Stimmt mich irgendwie ein bisschen traurig.

  • Sommermädels

     

    IMG_1489

    Ja, doch Sommermädchen, äh Sommermärchen. Auf ein Neues. Und alles schöner und besser. Vor allem hübscher.  Ist ja Frauenfußball. WM. Im eigenen Land. Alles hypt also rum. Beispielsweise ein lokaler Radiosender, der sich heute erdreistete,  sich über die Boulevardblätter dieser Stadt zu mokieren. Warum denn bitte schon die Bundsliga-Spielpläne überall schon zu lesen seien, aber kein einziger WM-Spielplan. Welch Einsatz für die Damen. Wie altruistsich. Und hat überhaupt so gar nichts damit zu tun, dass besagter Sender eine offziziell bei der FIFA lizenzierte Übertragungsanstalt für die Damen-WM ist. Nein, natürlich überhaupt nicht. Das wäre ja im höchsten Maße parteiisch ...

    Sommermärchen also. Mit Verlaub, gähn! Es wird nicht wie 2006. Es wird nett. Schön. Vielleicht sogar spannnd oder erfolgreich. Aber es wird kein ganzes Land in den Bann ziehen. Da können die gebührenfinazierten noch so sehr rumplakatieren. Und dabei ein klassiches Eigentor schießen. Denn wenn unsere Damen eins hassen und wiederholt öffentlich ablehnten, dann mit dem Profifußball der Herren verglichen  zu werden. Das seien laut Selbstauskunft der Damen zwei unterschiedliche Sportarten!

    Doch was machen ARD und ZDF? "Dritte Plätze sind was für Männer" spielen sie auf die WM 2006 und 2010 an, als Jürgens Klinsmänner und Jogis wackere Löwen jeweisl mit Bronze dekoriert vom Weltturnier zurückkamen. Noch schlimmer ist wohl das Plakatv  "Jungs, wir rächen euch". An wem oder was denn, bitteschön?  Italien für 2006? Gar Spanien wegen der Euro 2008 oder das Aus im Halbfinale in Südafrika?  Kleiner Schönheitsfehler. Die stolzen Iberer mögen zwar Nr. 1 im Weltfußball der Herren sein. Bei den Damen aber sind sie - wie auch die Kickerinnen von der Apenninhalbinsel - nicht mal qualifiziert ...
    IMG_1492

     

  • Urgent

    IMG_1458
    Nun habe ich es schriftlich. Ich mein, gewusst habe ich es ja eh schon. Vielleicht nicht immer so wahr haben wollen. Ich bin alt! Scheintot sozusagen. Und so etwas tut echt weh!

    Rief ich den nach der Zeit fragenden Kids, die mich höflich siezten, nicht immer ein "Ihr könnt mich duzen" hinterher? Da wähnte ich mich noch voll geistiger Frische und Gedankenkraft und dann das! Kann doch nicht wahr ein. Hey, ich folge dem Web2.0, auch wenn es nicht begreife. Ich blogge, surfe, bediene Gesichtsbuch ohne Unterlass. Sogar Emoticons verstehe ich meist ohne sie nachzuschlagen. Ich habe einen Job, der wahrlich nicht dem Nine-to-Five-Modus entspricht und in dem man rumkommt. Sogar ans Cup der Guten Hoffnungen zuweil. Ich sah mich umgürtet von jugendlichem Elan, dem allein die Anzahl der Lenze leicht widersprachen. Aber die sah man mir nicht zwingend an. Zumindest nicht deren alle!

    Doch jetzt hatte ich den Beweis vor Augen geführt bekommen. Vom Gottvater des Infozeitalters, von "Mr. Wikipedia" höchstpersönlich. Und wem, im Zeitalter der Informationen, soll man denn besser Glauben schenken denn Wikipedia? Eine niederschmetternde Erkenntnis. Nun wurde es zu meinem persönliche Wikileaks!  Beim kurzweiligen Besuch eines Rockkonzertes am westlichen Rande der Stadt wurde mir klar gemacht, dass ich nicht nur ein klein wenig älter als meine hübsche Begleitung gewesen bin, sondern leider doch wirklich im Erwachsenenleben angekommen sein muss. Denn die laute dröhnende Musik, die uns da im Festungsambiente feilgeboten wurde, wird einem bestimmt Genre zugeordnet, von dem ich zwar noch nie zuvor gehört hatte, aber im Namen schon das unausweichliche Grauen klang: Adult Oriented Rock, kurz AOR.

    IMG_1454

    AOR? Was soll das denn sein? Außerordentliche Respektsperson, oder was? Es schüttelte mich. Mit dem Erwachsenenleben ist das ja so eine Sache. Meist fühlt man sich noch jung. Und ehe man sich es versieht, fressen einen Verantwortung, Geldsorgen und Alltagsgeschehen auf. Kein Wunder, dass manch einer sich davor drückt, die Schwelle zu diesem Bereich seines Lebens zu übertreten. Und macht es dann doch. Zwangsweise. Egal wie viel Angst man davor hat. Meist merkt man das auch nicht bewusst. Es ist ein schleichender Prozess, der sich seinen Weg bahnt Das studentische Du konnte dem eine Weile Einhalt gebieten. Aber nicht für immer. Man ist dann halt auf einmal so ein Adult! Erwachsen! Klingt nach Maloche pur, wenig Spaß und viel Verantwortung. Hey, kümmerte ich mich nicht genug um mein Leben? Folge ich nicht den Prinzipien des Hedonismus? Getting as much fun out of your life as you possibly can? Eben. Mussten da die Herren Foreigner und Journey mich so en passant wirklich in so eine Schublade stecken (lassen), nur weil ich auf ihre Musik stand? Also nett ist anders!

     

  • Szenen meines Lebens IX (nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge)

    bunki_tagesspiegel
    Schon morgens beim Betreten der Redaktionsräume in Hütte schwante mir Unheil. Dieses süffisante Grinsen auf den Gesichtern meiner Kollegen. Hatte ich mein Hemd falsch herum angezogen. Irgendwelche verräterischen Flecken auf der Hose vom Vorabend? Restalkohol? Kurze, unauffällige Überprüfung. Nichts dergleichen. Puh! Glück gehabt.

    Das Süffisante steigerte sich ins Sardonische, als ich mich meinem Schreibtisch näherte. Dort lag, fein säuberlich aufgeschlagen mein Artikel des Vortages. Mit einem hübschen Bild wohlfeil abgerundet. Hatte sich die etwas ältere Fotografin-Kollegin, die das illustrieren von schnöden Artikeln so gar nicht mir ihren künstlerischen Neigungen und Ambitionen in Übereinklang zu bringen wusste, mal richtig Mühe gegeben. Was zum Henker sollten also diese nicht enden wollenden Blicke? Tippfehler waren auch nicht im übermäßigen Maß vorhanden. Und das beiläufig Hingeworfene "Ich freu mich schon auf Kuchen" meines Redaktionsleiters sorgte auch für kein Erhellen in meinen Hirnwindungen.

    Die Sekretärin erklärte es mir dann später im Vorbeigehen. Nicht das, was ich geschrieben hatte, sei das Problem. Sondern das Foto. Diese Foto von einem lokalen Großmufti.  Denn es zeige nicht mal nur eben den Berichtsgegenstand. Sondern klar erkennbar auch meine Wenigkeit. Und das sei ungeschriebener Brauch, dass man sich nicht selber als Reporter in der Vordergrund stellen sollte. Ergo werde so etwas mit einer saftigen Backwarenspende redaktionsintern auszugleichen sein.

    Ob die gefräßige Bande nur nach einem Vorwand für weitere Stücke frischen Erdbeerkuchens suchte, ließ ich in der Sekunden mal dahingestellt. Ich hatte mir nie darüber Gedanken gemacht. Bis jetzt eben. Fein rein geritten, Frau Künstlerin! Alte Schule, wa? War ja neu hier. Von meinem armen Volo-Gehalt spendierte ich pflichtschuldigst ein sattes Blech. Wollte mir ja nix nachsagen lassen. Zumal ich der einzige Wessi in der Redaktion war. Nicht, dass man es auf die üblichen Dünkel schieben würde. Mitte der 90er musste man bei so etwas im Oderrandgebiet noch aufpassen. Später erhielt ich dann von dritter Seite nochmal die Bestätigung, dass es bei diesem regionalen Aboblatt tatsächlich sich so verhielt. Ganze Generationen junger Kollegen hatten schon die feixenden Gesichter der Altgedienten ertragen und in Nahrungsform Buße tun müssen.

    Andere Zeitungen, andere Sitten. Mein Wechsel zum Boulevard kurz vor der Jahrtausendwende lehrte mich eine ganz andere Seite der Branche kennenlernen. Die Fotos mit dem Fußballstar seien ja schön und gut. Sicher, alles irgendwie druckbar. Aber wo bitte sei ich denn? Ich wäre ja nirgends zu sehen. Wenigstens eine  - Vorsicht, Branchenjargon für winziges Beistellbildchen - Briefmarke hätte doch dabei sein müssen. Sichtlich unzufrieden mit mir und der Welt machte sich mein Ressortleiter brummelnd ans Bauen der Seite. Ui, wider was gelernt.

    Heute weiß ich, dass das substanzielle Gattungsunterschiede sind. Auch wenn die Grenzen immer mehr verfließen. Bei den Straßenverkaufszeitungen will man dem Leser bewusst vor Augen führen, wie nah man den Schönen und Mächtigen dieser Welt ist. Es ist sozusagen der Foto-Beweis, dass das, was man schreibt, vollumfänglich der Wahrheit entspricht. Unabhängig davon wie bunt und marktschreierisch die Verpackung auch daher kommt. Eine Frage der Glaubwürdigkeit also.Und des mitten drin statt nur dabei seins! Nicht selten schwingt sich ein rasender Reporter  im Dienste des Boulevards sogar auf, und macht all Sachen mit, was die Herren Profis im Alltag absolvieren. Beispielsweise lässt man sich vom Fitnesstrainer der Berufssportler einen Tag lang nach allen Regeln der Kunst malträtieren. Oder tritt im Wettstreite in einer anderen Zunft gegen sie an.

    Beide Seiten haben also ihre Daseinsberechtigung. Durchaus. Das ich wiederum noch eine dritte Variante im Laufe meiner Reporterjahre beisteuern würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.

    Schuld, so man denn hier von Schuld sprechen kann,  daran waren die Weihnachtsfeiertage 2008. Es ist nicht unüblich, dass in dieser an Nachrichten armen Zeit ganze Artikel von Kollegen fleißig vorgeschrieben werden und der Veröffentlichung harren. Wann immer gähnende Leere im Blatte droht, werden damit flugs die Spalten gefüllt. Oft auch in Abwesenheit des Autoren. Was dann bei manche Redigier-Ungereimtheiten oder nennen wir es freundlich Schussligkeiten immer wieder für lustige Spannungsmomente im innerbetrieblichen Klima  führen kann.

    Aber darum geht es diesmal nicht. Denn der Text bei den sehr ehrenwerten Kollegen des Tagesspiegels, der sich mit dem langatmig besungenen und viel gepriesenen Stadionbau des 1.FC Union beschäftigte, war einwandfrei. Zumindest fiel mir nach dem Lesen nichts auf, was es hätte zu beanstanden geben können. Hatte der Kollege D. fein gemacht.

    Lustiger aber war die Bildauswahl! Denn mittenmang prangte ein lustiges Bildchen von mir mit einer Schaufel und einem roten "Bluten-für-Union"-Shirt auf der Sport-Aufmacherseite. Der Kollege D. von mir eilends zu Hause angerufen und mit Dank überschüttet, fiel aus allen Wolken. hatten doch seine Mitstreiter sich vom 1.FC Wundervoll eine Handvoll Bildchen gewünscht, mit dem sie den Text zu illustrieren gedachten. Und in diesem Potpourri des Werkelns waren - sozusagen live und in Farbe - Abbilder meiner selbst. Geschossen, als ich im August 2009 zwei Tage seit an Seit mit Pressesprecher Christian Arbeit selber an der schönsten Baustelle der Welt mit Hand angelegt und das natürlich gebührend im Kurier dokumentiert hatte.

    Übrigens, ich habe es nochmal geschafft im Tagesspiegel vorzukommen. Na gut, nur ein kleiner Teil von mir. Genauer gesagt die linke Hand. Aber dafür sogar auf Seite 1. Ganz oben in der Ecke!

    DerbyS1

    Und das kam so. Es begab sich nämlich zu der Zeit, als eine in Charlottenburg heimische Mannschaft sich anschickte, den steinigen Pfad des Aufstiegs zu erklimmen, dass ein unbeugsames Häufchen Eisernen nicht aufhörte den Eindringlingen, äh kurz, dem Ganzen temporalen Widerstand entgegenzusetzen. Und dieses Spiel, war das erste Pflichtspiel der beiden im Olympiastadion. Das Interesse war groß. Und die Tickets heiß begehrt. Was einen umtriebigen, fleißigen Kollegen, Archivaren des Augenblicks  und Vornamensvetter auf die Idee brachte, die Bückware doch einmal abzulichten. Ich war gerade im wahrsten Sinne des Wortes mit vier Tickets ins Glück zur Hand - und voila - der Tagesspiegel druckte als Anreißer in der Ausgabe des 5.2.2011 eben jenes Symbolbildchen für das Spiel der Spiele ab. Auch nicht schlecht, oder?

     

  • Szenen meines Lebens VIII (nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge)

    Weihnachten1968icke
    Namen sind Schall und Rauch. Sagte Meister Faust in Goethes gleichnamigem und benutzte dabei den Singular. Also Name, nicht Namen, gelle! Was hier nichts weiter zur Sache tut, allein nur der Vollständigkeit wegen aufgeführt wird. Wichtiger ist die Botschaft, die dahinter steckt. Ein Name allein hilft einem nicht weiter. Er sagt gar nichts aus über eine Person. Er charakterisiert nicht. Er ist vergänglich und austauschbar. Oft zumindest.

    Manche Namen sind keine Namen, sondern quasi ein Fluch. Sie kommen daher als regelrechte Sammelbegriffe. Meiner zum Beispiel. Zumindest in meiner Generation. Mathias. In jeder Klasse. Beim Sportverein. Im Kinderchor. Wir kamen in Doppelpack. Oder dreifach! Mindestens! Und so erging es den Michaels und Marküssen dieser Welt auch. Was mich eher wenig tröstete.

    Wobei ich meinen Altvorderen und deren verständlicher Aufgeregtheit nach der Geburt ihres Erstlings eine kleine Besonderheit verdanke. Fälschlicherweise meldeten sie mich beim zuständigen Amte mit nur einem "t" statt der vorgesehenen zwei im Vornamen an. Seitdem laufe ich mit diesem Mangel behaftet ganz gut durchs Leben.

    Doch ganz so wie der größte aller deutschen Dichter uns das in Margarethens Garten weis machen möchte, scheint es dann doch nicht zu sein. "Nomen atque omen" lehrt uns der alte Lateiner. Und nicht umsonst reagieren Menschen recht fünsch, wenn ihr Namen falsch geschrieben wird. Wovon ich anderer Stelle schon mal mein Leid klagte. Namen sind wichtig. "Wer zählt die Völker, nennt die Namen die gastlich hier zusammenkamen", lehrte uns schon Schillers Friedrich, dass deren Bedeutung keinesfalls zu unterschätzen sei. Noch wichtiger sind da wohl Spitznamen.

    Von denen sammelte ich einige im Laufe meines Lebens ein. Nicht immer zu meiner großen Freude. Als Dreikäsehoch  wurde ich von meinem knapp sieben Jahre älteren und mir damals richtig groß vorkommenden Onkel und seinen Freunden immer Matscha-Baby gerufen. Kennen Sie einen Vierjährigen, der noch gerne ein Baby sein möchte? Eben!

    In der Schulzeit wurde es kaum besser. Man schaffte es doch spielend meinen Nachnamen mit einer sexuellen Anzüglichkeit zu versehen. Bums-Kuss! Spüren Sie meine Begeisterung? Merken Sie, wie es vibriert? Wehren konnte ich mich nicht. Eine kräftiger Schar jüngerer Dorfbewohner zeigte mir oft und gerne, wer der Kleinste und Schwächste in der Klasse war.

    Das zwischenzeitlich von einigen meiner fürsorglicheren Mitschülern eingeführte Bunker erfreute sich nur kurzer Beliebtheit und war nicht groß der Rede wert.

    Zu meiner großen Überraschung schafften es unsere angelsächsischen Mitbürger in meiner Internatszeit in Taunton meinem Nachnamen auch eine sexuelle Konotation abzugewinnen. Bunk up! Stand Umgangssprachlich bei den ohnehin nicht als Deutsch freundlich verschrienen Insassen der noblen Bildungsanstalt für Geschlechtsverkehr! Na wenn da nicht Freude aufkommt!

    Wer den finalen Namen Bunki für mich aufbrachte, weiß ich nicht mehr. Zumindest nicht genau. Er war auf einmal da. So wie Müller zu Mülli wird. Oder Schmidt zu Schmitti. Bunki eben. Dies war endlich einer, an dem ich Wohlgefallen gefunden hatte. Kein Matze oder so, wie meine Namensvettern nun mal alle geheißen werden. Und bis auf meine Holde, die mich damit richtig zu ärgern weiß, halten sich auch alle dran. Denn Matze? Was ist schon ein Matze? Halb Mensch, halb Katze, oder was? Ne, geht gar nicht. Es blieb beim Bunki!

    So spazierte ich ob meiner namentlichen Individualität in der Folge flott und beschwingt durch die Weltgeschichte.
    Bis mir mein Herr Vater einmal freudestrahlend mitteilte, dass das doch auch nur ein alter Hut sein. Er und seine drei Brüder wurden zur Schulzeit auch nur die Bunki gerufen. Alte Lateiner eben: - us, i. Masukulinum. Plural wieder auf i. Super!! So weit zum Thema Individualität. Vornamen als Sammelbegriff, Nachname abgegriffen. Kannste echt knicken.

     

  • Dirk is calling

    Wie? Was? Wo? Nowitzki? Äh, ja. Und warum auch nicht, schließlich war ich, wenn ich so den Blick durch die Besetzungsrunde schweifen ließ, der englischen Zunge am meisten mächtig. Dass dann später doch das Gespräch nur auf deutsch geführt wurde, konnte ja keiner so genau wissen. Und wenn die NBA einem schon mal die Chance einräumte, den Superstar der Mavericks an die Strippe zu kriegen - und sei es nur in einer Telefonkonferrenz - dann sollte man sich die Chance auch nicht entgehen lassen. War zwar nicht mein Beritt, für den bunten Sport haben wir andere Kollegen. Aber manchmal muss es eben sein. Hey, wofür bin ich Sportreporter? Eben!

    Nicht, dass ich nicht auch was anderes zu tun gehabt hätte. Aber das musste schon irgendwie hinhauen.

    Gesagt, getan. Pünktlich zur angebenen Zeit eingewählt und e voila piepste es auch schon in schönstem Englisch durch die Leitung. Also doch alles richtig entschieden innerbetrieblich. Die Nowitzki-Konferenz? Ja, klar, aber die hat sich eine Stunde nach hinten verschoben. Macht ja nichts, kann ja mal sein. Schade nur, dass man uns nicht rechtzeitig Bescheid geagt hatte. Aber, also local player sollte man sich nicht zu wichtig nehmen.

    60 Minuten später auf ein Neues. Wieder wurde ich London freundlich aufgenommen, gab brav den ID-Code ein und wartete. David Lanz erklang nun aus dem Hörer. Take the high Road, fand den Weg in meine Ohrmuschel. Und sollte in den kommenden Minuten mein treuer Wegbegleiter sein.

    Hatte ich ein paar Minuten gesagt? Nun ja, kleiner Irrtum vom Amt. Ich sollte auf jeden Fall in der Leitung bleiben, es ginge bestimmt gleich los, quäkte es erneut aus dem Hörer, ehe mich Herr Lanz wieder mit seinen Klängen beglückte.

    17.12 Uhr die nächste freundliche Erwähnung, dass es nun mit Sicherheit gleich losginge. In the meantime, some Jazz. Zur Abwechslung mal "Take the high Road". Auch nicht schlecht. Und lange nicht gehört.

    Nur 20 Minuten und ein paar weitere Takte von Herrn Lanz später erfreute die sonore Stimme eines NBA-Pressesprechers mein Herz. Hey, endlich. Geht also los. Und nicht mehr diese quäkige Operator-Stimme. Man suche gerade nach Dirk. Der sei kurz frühstücken. Okay, kann man verstehen. Ohne Mampf keinen Kampf. Und drüben hinter dem großen Teich war es ja erst 10.30 Uhr. Aber um 17.45 Uhr unserer Zeit werde es gleich losgehen. Man bitte um Verständnis für die leichte Verzögerung. Etwas Musik zwischendrin?

    17.45 Uhr, 17.46 Uhr, 17.47. Ein Quäken. Jappadappadu! Dirk? Bist du es? Nein, natürlich nicht. Wie konnte ich nur so ungeduldig sein? Der NBA-Spokesman bat einen auf keinen Fall aufzulegen. Man sei gleich soweit. Klick. Kurze Stille. Hatte ich Herrn Lanz schon erwähnt?

    Um der Wahrheit genüge zu tun, die Warteschleife offerierte auch andere musikalische Delikatessen im lockeren Swing-Style. Aber, Sie ahnen es bereits, immer wieder diesen Herrn Lanz, der mittlerweile aus dem - um meinen mittlerweile einzuschlafen drohenden Arm zu entlasten - auf Lautsprecher geschalteten Telefon drang. Etwas befremdete Blicke trafen mich aus dem Vorderzimmer, wo die Kollegen weiter fleißig an der aktuellen Ausgab des KURIERs werkelten. Ob ich denn nicht endlich diese nervtötende Musik abstellen könne? Es sei ja schön, dass das mein Lieblingslied sei. Aber man habe zu arbeiten!! Sicher. Gerne doch. Kann mal einer das Frühstück von Herrn N. unterbrechen, bitte?

    Draußen brannte munter weiter die kleine gelbe Sau durch die Fenster der 14. Etage. Mittlerweile war mein von Haus beträchlicher Wasservorrat zu Neige gegangen. Meine Blase meldete sich mit einem recht menschlichem Bedürfnis. Doch, nein, hier hieß es hart bleiben. Ich durfte doch Dirk N. nicht verpasen, nur weil ich mal eben für kleine Königstiger ... Ne, wenn sich einem schon mal so eine Chance bietet. Da musste ich durch.

    Die Kollegen sparten auch nicht mit freundlicher Nachfrage, so sie denn mal den Kopf von ihren Bildschirmen auf- und zwischen der Tür durchstreckten. "Und? Sagt er was? Was denn? Wie jetze? Immer noch warten?"

    Nun gut, mitsummen ich konnte ich es bereits, zumindest für einen vortrefflichen Karaoke-Vortrag hätte es langen müssen, als dann um 17.58 Uhr - also quasi pünktlich - endlich der große Superstar Dirk Nowitzki an der Strippe war. Und er war eine Seele von Mensch. Mein dringender Wunsch nach Wasser lassen muss sich mental auf die lange Reise über den Ozean bis hin ins sonnige Florida gemacht haben. Nach kaum 13 Minuten war der Spuk vorbei und ich um die Erkenntnis reicher, dass er unbedingt gewinnen wolle. Überraschend, aber gut, dass man mal darüber gesprochen hat, Dirk.

  • Äh, Jungs, moment mal

    neuer Countdown

    Ey, Jungs, ist gut, ja? Ich weiß, ihr habt ne Menge Prügel eingesteckt. Von wegen Arroganz und so. Und von lieb gewonnenem und hart verteidigten, trennt man sich halt ungern, ich weiß ja.  Aber ihr hattet doch Recht. Aufstieg ist Aufstieg ist Aufstieg. Und einen anderen Anspruch hätte euch ja eh keiner wirklich abgenommen. Insofern gerechtfertigt, alles. Auch dieser Zähl runter.

    Und jetzt könnt ihr euren  Countdown ruhig wieder einpacken. Ihr schreibt es ja selber drunter: Mission erfüllt.

  • Ne, ich mag nicht!

    allianzarena

    Der 1.FC Wundervoll vermeldet seinen Sommerfahrplan. Und zwar hier! Was sehr löblich, weil zeitig. Und nicht wie sonst häufig erst Wochen nach dem Abschluss der Spielzeit. Warum dieser nun "Sommer of Love" betitelt wird erschließt sich mir zwar nicht.  Doch das ist für meine Gedanken gerade auch unerheblich. Mir geht es eher um daseingangs der Meldung erwähnte, altehrwürdige Zoschke-Stadion, dem die Eisernen am 19. Juni im Rahmen ihrer Sommervorbereitung ihre Aufwartung machen wollen. Denn dann gastiert die Elf von Uwe Neuhauszum Testkick  bei Lichtenberg 47 in der HOWOGE-Arena.

    Himmel, hilf. HOWOGE-Arena! Meine Nackenhaare stellen sich auf. Zoschke riecht nach Tradition. Nach Fußball pur ohne Event und Schnittchen. Nach Spielfreude! Lust aufs Bällchen. Nach dem, was wir lieben. Aber HOWOGE? Ja, ich weiß, dass heutzutage die Stadion an beliebige Namenspatronen verschachert werden. Nicht alle tun sich damit so schwer wie die Eisernen (Ausspreche Lob und Anerkennung dafür an dieser Stelle). Der HSV hat da ja den unseligen Vorarbeiter gespielt mit seiner einstmaligen AOK, sorry , AOL-Arena. Und so werden uns die Trolli-Arenen, die Signal-Iduna-Parks und all die Commscherzbank-Spielstätten und Volksbank-Kampbahnen dieser Welt tagtäglich um die Ohren gehauen. Manch einer wechselt den Namen häufiger als  die Unterwäsche, so scheint's. Mit dem Ergebnis, dass ich derzeit ehrlicherweise nicht weiß, wie sich das - sorry, no offence ment - Stadion an der Müllhalde gerade schimpft.

    Warum in Drei-Teufels-Namen kann es nicht weiter Volkspark geheißen werden? Und wer in aller Welt zwingt meine schreibenden, radiosprechenden oder TV moderierenden Kollegen dazu, unreflektiert diese "New Names" auch zu benutzen? Nein, nein, ich will das nicht. Zum einen, was habe ich davon? Schalten  die unternehmen Anzeigen bei meinem Blatt dafür, dass ich sie unentgeltlich erwähnen? Großes NEIN! habe ich einen persönlichen Vorteil davon? Nochmals nein!

    Man kann es erwähnen. Muss aber nicht. Für mich bleibt das EasyCreditstadion weiterhin der Valznerweiher oder das einstige Frankenstadion. Ich rede von und schreibe vom ehemaligen Volkspark. Es ist die Arena AufSchalke und nicht die eines Bierbrauers. Man kann, so man denn will,  es ganz leicht umdribbeln und sich nicht vor den Werbekarren eines x-beliebigen Sponsors spannen lassen.

    Das alles mit zwei, zugegebenermaßen, Ausnahmen. Die da wären die AllianzArena zu München und die O2World in Berlin. Beide  trugen schon in der Bauphase diese (Sponsoren)Namen, wurde also nicht hinterher verschachert.  Da fällt es mir doch irgendwie schwer puristisch rein von Münchner Arena zu schreiben ...

  • Ich Böser, ich

    Foto

    "Sie wollen was?" Ein pädophil veranlagter Massenmörder hätte bei einem zufälligen Outing keinen menschenverachtenderen Blick ernten können. So etwas verantwortungsloses wie mich, so die kundigen Blicke der Verkäuferin, hatte sie ihr Lebtag noch nicht erblickt. Um diese Jahreszeit? Pfui, Spinne.
    Es tat mir auch in der Seele weh. Ja, ich wusste sofort um meine Verfehlung. Wie konnte ich auch nur auf den aberwitzigen Gedanken kommen, einen Schneeschieber haben zu wollen! Im Winter!! Immer das gleiche mit den jungen Leuten. Nur Grütze im Kopf! Wochenlang alles vergessen und wenn dann der Schnee unvermittelt über sie hereinbricht sich wundern und auf nichts vorbereitet sein. Und mit so etwas musste sie sich jetzt jeden verdammten Tag herumschlagen.
    Vor meinem geistigen Auge zog ein Heer von frisch auf dem Eis Gefallenen, die ich verschuldet hatte ob meiner vernachlässigten Fürsorgepflicht. Millionen litten arge Pein, quälten sich mit frisch erlittenen Brüchen. Von inneren Hirnschädel-Tramauta wollte ich hier erst gar nicht anfangen. Die Leute in Friedrichshain werden künftig die Straßenseite wechseln, wenn sie meinen Weg kreuzen. Seht her, das ist er. Ja, genau der, der ausgerechnet im Winter einen Schneeschieber haben wollte!!
    Ihr "Also wissen, Sie", riss mich aus meinen Gedankenströmen. Viel fehlte nicht, und sie hätte mich der Ordnung halber umgehend bei der Polizei angezeigt.
    Geschah mir recht! Mit einer hilflosen Geste der Entschuldigung trollte ich mich mit hängenden Schultern von dannen. Wie hatte ich nur ein derartig unmoralisches Unterfangen an sie herantragen können, ihre wertvolle Zeit verplempert. Dass ich eigentlich nur ein Ersatzgerät käuflich hatte erwerben wollen, weil ich die Plastikschneeschaufel meiner Ex beim nimmermüden Eiseinsatz kaputt bekommen hatte, traute ich mich nicht mehr als Entschuldigung vorzubringen. Mit ein bisschen mehr Verantwortungsgefühl hätte ich mir ja im Sommer schon einen kleinen Vorrat an Wintergeräten zulegen können ...

Besucherzähler
Seitenaufrufe insgesamt:
58199
Seitenaufrufe von heute:
1
Besucher insgesamt:
17877
Besucher heute:
1
Über mich

bunkis Profil-Bild
bunki

Mancher einer sagt ich sei 'ne Mimose. Halt nen typischer Krebs. Könnte was dran sein. Aber wenn man sich darauf einstellt, kann man prima mit mir auskommen. Doch, doch. Gelingt mir ja auch.

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.